DIfE weiht neues Forschungsgebäude ein

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) feierte heute mit einem Festakt die Einweihung seines neuen Forschungsgebäudes. Zu diesem Anlass konnte Dr. Birgit Schröder-Smeibidl, administrativer Vorstand des DIfE, Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Veronika von Messling, Ministerialdirigentin und Leiterin der Abteilung 6 Lebenswissenschaften im Bundesministerium für Bildung und Forschung, den Vizepräsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Matthias Beller, sowie zahlreiche weitere Gäste aus Wissenschaft und Politik begrüßen. Prof. Dr. Tilman Grune, wissenschaftlicher Vorstand des DIfE, hob in seiner Festrede die Bedeutung des Gebäudes für die strategische Weiterentwicklung des DIfE und die Fortführung zukunftsfähiger Ernährungsforschung hervor. Bei einem Rundgang und der Vorführung eines Roboters zur Handhabung tiefgefrorener menschlicher Bioproben konnten sich die Gäste einen Eindruck von dem nach der Nobelpreisträgerin Gerty Cori benannten Neubau verschaffen.

Dr. Manja Schüle (2.v. r.) schneidet gemeinsam mit Dr. Birgit Schröder-Smeibidl (l.), Prof. Tilman Grune (2. v. l.), Katja Döpke (m.) und Prof. Matthias Beller (r.) das Einweihungsband des Gerty-Cori-Hauses durch. (Foto: Carolin Schrandt/DIfE)

Dr. Manja Schüle (2.v. r.) schneidet gemeinsam mit Dr. Birgit Schröder-Smeibidl (l.), Prof. Tilman Grune (2. v. l.), Katja Döpke (m.) und Prof. Matthias Beller (r.) das Einweihungsband des Gerty-Cori-Hauses durch. (Foto: Carolin Schrandt/DIfE)

Das Gerty-Cori-Haus besteht aus einem dreigeschossigen Haupt- und einem eingeschossigen Nebengebäude. (Foto: Carolin Schrandt/DIfE)
Das Gerty-Cori-Haus besteht aus einem dreigeschossigen Haupt- und einem eingeschossigen Nebengebäude. (Foto: Carolin Schrandt/DIfE)

„Das Gerty-Cori-Haus stellt die seit langem dringend benötige Erweiterung des DIfE dar, um unsere erfolgreiche und international anerkannte Forschung gemäß hoher wissenschaftlicher Standards weiterhin durchführen und ausbauen zu können,“ sagte Grune in seinem Festvortrag. Der aus einem dreigeschossigen Haupt- und einem eingeschossigen Nebengebäude bestehende Neubau bietet auf 2.600 Quadratmetern Platz für rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Inbetriebnahme werden das bislang auf mehrere DIfE-Standorte verteilte Humanstudienzentrum mit der angegliederten Biobank sowie vier weitere Abteilungen in den Büro- und Laborräumen des neuen Forschungsgebäudes zusammengeführt. Ein heller und großzügiger Seminarbereich wird künftig DIfE-Mitarbeitenden und Studierenden des langjährigen Kooperationspartners, des Instituts für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam, für den gemeinsamen Vorlesungsbetrieb zur Verfügung stehen. Kernstück der Biobank ist ein neuer Probenroboter, in dem bis zu 180.000 menschliche Bioproben bei -150 bis -180 °C aufbewahrt und durch ein automatisiertes Handling vereinfacht eingelagert und entnommen werden können.

Förderung über 20 Millionen Euro

Der Neubau wurde mit je 10 Millionen Euro vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Forschungsministerin Dr. Manja Schüle sagte in ihrem Grußwort: „Wir wissen: Was und wie viel wir essen, beeinflusst unsere Gesundheit erheblich. Aber: Wie entstehen eigentlich Entscheidungen zur Nahrungsauswahl im Gehirn – und können sie verändert werden? Mit seiner exzellenten experimentellen und anwendungsorientierten Grundlagenforschung arbeitet das DIfE an solchen Zukunftsfragen und trägt maßgeblich dazu bei, die Ernährungs- und Gesundheitswissenschaften in Brandenburg voranzutreiben. Die Nobelpreisträgerin Gerty Cori steht für Durchsetzungskraft, wissenschaftliche Exzellenz und Teamwork – und ist damit als Namensgeberin für das neue Forschungsgebäude perfekt geeignet.

 

Mit dem Gerty-Cori-Haus erweitert das DIfE seine Forschungsaktivitäten und Kapazitäten und stärkt gemeinsam mit der Universität Potsdam den Forschungsstandort. Und zeigt damit eindrücklich: In Brandenburg wird Zukunft gemacht.
Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Termingerechte Fertigstellung dank engagierter Zusammenarbeit

Die Bauarbeiten für das Gerty-Cori-Haus begannen nach einer zweieinhalbjährigen Planungsphase im Mai 2019. Von der Grundsteinlegung am 11. Juni 2019 bis zum Richtfest am 4. Dezember 2019 verging nicht einmal ein halbes Jahr. Am 24. August 2021 erhielt das DIfE die Nutzungsfreigabe von der Bauaufsicht. „Wir sind sehr stolz auf die immer lösungsorientierte partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, die die termingerechte Fertigstellung und die Einhaltung des Budgets ermöglichte, angesichts der Situation auf dem Baumarkt und der Pandemie kein einfaches Unterfangen“, sagte Dr. Birgit Schröder-Smeibidl, verantwortliche Bauherrin. „Gemäß der unterschiedlichen Nutzungsweisen, einerseits Labore und die technisch anspruchsvolle Biobank, andererseits Büro- und Kommunikationsbereiche, waren die baulichen Anforderungen sehr hoch. Trotz zahlreicher Herausforderungen ist es uns gelungen, dieses schöne, auf die Ansprüche des DIfE zugeschnittene und in das äußere Umfeld in Nuthetal passende Gebäude fristgerecht fertigzustellen und nun an die Nutzer zu übergeben. Allen externen Partnern, den Architekten von Heinle, Wischer und Partner, den Planern der Technischen Gebäudeausrüstung von PGMM, den Kollegen und Kolleginnen aus den zuständigen Ministerien sowie den intern Beteiligten einen herzlichen Dank für ihren zuverlässigen Einsatz und die geleistete Arbeit und die sehr engagierte Zusammenarbeit!“

 

Angemessene Außengestaltung und funktionales Inneres

In der Gestaltung des Neubaus verbindet sich moderne Architektur mit ortstypischer Bauweise. Mit dem in Brandenburg verbreiteten gelb-grauen Klinker und seinen Fensterformaten schafft das Gerty-Cori-Haus einen klaren Bezug zu den bestehenden Institutsgebäuden und steht in Einklang mit der angrenzenden Wohnbebauung. Bei der Planung des Innenbereichs legten die Architekten besonderen Wert darauf, die spezifischen Funktionsabläufe der verschiedenen Nutzer zu berücksichtigen. So gibt es im separat zugänglichen Seminartrakt beispielsweise einen offenen Arbeitsbereich mit Rückzugsmöglichkeiten. Der Seminarraum bietet Platz für bis zu 60 Personen und ist teilbar.

Zwei Lichthöfe dienen der gleichmäßigen Belichtung aller Flächen und verleihen durch eine Begrünung mit Pflanzen einen belebten Charakter. In der Eingangshalle sind gestaltete Akustikelemente an den Wänden installiert. Mit der wellenlinienartig verlaufenden Beleuchtung schaffen die Architekten zudem einen Gegenpol zum stark geometrischen Grundriss.

Gerty-Cori-Haus am DIfE

Bauherr: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

Architekten: Heinle, Wischer und Partner, Freie Architekten, Berlin

Finanzierung: je 10 Mio. Euro (brutto) aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg

Fläche: 5.060 m2 Bruttogrundfläche, 2.558 m2 Nutzfläche

Namensgeberin: Gerty Cori (1896-1957), österreichisch-US-amerikanische Biochemikerin, die 1947 für die Entdeckung des nach ihr benannten Cori-Zyklus als erste Frau den Nobelpreis für Physiologie/Medizin erhalten hat.

Planungsbeginn: November 2016

Baubeginn: Mai 2019

Grundsteinlegung: Juni 2019

Richtfest: Dezember 2019

Einweihung: September 2021

Impressionen Einweihung Gerty-Cori-Haus


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