Dr. Bastian Kochlik erhält GVF Vitamin Preis 2020

Am 1. Dezember 2020 erhielt Dr. Bastian Kochlik, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Ernährung und Gerontologie am DIfE, den mit 1.000 Euro dotierten GVF Vitamin Preis. Die Gesellschaft für angewandte Vitaminforschung e. V. (GVF) würdigt damit seine Forschungsarbeit zur Entstehung der Altersgebrechlichkeit (Frailty-Syndrom). Der Nachwuchswissenschaftler konnte anhand von Blutproben nachweisen, dass Menschen mit Frailty-Syndrom geringere Konzentrationen von Vitamin D, E und Carotinoiden sowie höhere Gehalte oxidierter Proteine aufweisen.

Dr. Bastian Kochlik ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Ernährung und Gerontologie. (Foto: S. Ruprecht/DIfE)

Dr. Bastian Kochlik ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Ernährung und Gerontologie. (Foto: S. Ruprecht/DIfE)

Nach Angaben des statistischen Bundesamts ist in Deutschland rund jeder Fünfte 65 Jahre oder älter. Themen wie Altersgebrechlichkeit rücken zunehmend in den öffentlichen Fokus und die Forschung rund um ein gesundes Altern gewinnt an Bedeutung. Am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) bildet das Thema Gesundes Altern somit einen von drei Forschungsschwerpunkten. Bastian Kochlik forscht seit fünf Jahren in diesem Bereich und möchte die Zusammenhänge von fettlöslichen Mikronährstoffen, Biomarkern für oxidativen Stress und Muskelproteinumsatz während des Alterns entschlüsseln.

Neue Zusammenhänge aufgedeckt

Die Publikation, mit der sich Kochlik für den Preis beworben hat, ist im Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle erschienen. Für die zugrundeliegende Studie hat Kochlik unter Leitung von Dr. Daniela Weber und Prof. Tilman Grune aus der Abteilung Molekulare Toxikologie die Blutproben von 1.450 Menschen zwischen 65 und 104 Jahren untersucht. Die Teilnehmenden wurden je nach Symptomen in drei Gruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe bestand aus Menschen ohne Frailty-Syndrom, die zweite Gruppe aus Menschen mit einer Vorstufe des Frailty-Syndroms und die dritte Gruppe aus Menschen mit Frailty-Syndrom. „Wir konnten zeigen, dass die Gruppe mit Frailty-Syndrom im Vergleich zu der Gruppe ohne Frailty-Syndrom eindeutig weniger Vitamin D, Vitamin E und Carotinoide, dafür aber erhöhte Werte von oxidierten Proteinen aufwies“, berichtet Bastian Kochlik.

Frailty-Syndrom
Das Frailty-Syndrom tritt bei älteren Menschen auf. Betroffene sind kraftlos und schwach. Als Folge drohen Stürze und eine eingeschränkte Lebenserwartung. Das Syndrom kann u. a. anhand von fünf Symptomen diagnostiziert werden:

  • verlangsamte Bewegungen
  • niedriger Energieumsatz
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Schwäche
  • Erschöpfung

 

 

Proteinoxidation
Proteinoxidationen sind Veränderungen an Proteinen, die durch reaktive Sauerstoffspezies und andere chemische Verbindungen hervorgerufen werden. Sie können die Funktion von Proteinen, beispielsweise als Enzym oder Botenstoff, enorm beeinträchtigen. In einer funktionierenden Zelle werden oxidativ veränderte Proteine repariert oder abgebaut. Diese Schutzfunktion lässt jedoch im fortgeschrittenen Alter nach, was zu einer Ansammlung geschädigter Proteine führen kann und mit verschiedenen Krankheiten, darunter auch Diabetes, assoziiert ist.

Risiko erkennen und präventiv handeln

Professor Tilman Grune, Leiter der Abteilung Molekulare Toxikologie und wissenschaftlicher Vorstand am DIfE, hat den Nachwuchswissenschaftler dazu ermutigt, sich für den GVF Vitamin Preis zu bewerben. „Bastian Kochlik ist es gelungen, diät- und altersabhängige Biomarker in einen klinischen Kontext zu bringen, was die Bedeutung von Mikronährstoffen für ein gesundes Altern unterstreicht“, sagt Grune. Die neuen Erkenntnisse könnten zukünftig dazu beitragen, das individuelle Risiko für das Frailty-Syndrom zu ermitteln und sowohl präventive als auch therapeutische Ernährungsempfehlungen geben zu können.

Die Verleihung des GVF Vitamin Preises fand aufgrund der Corona-Pandemie virtuell statt. Neben Bastian Kochlik zeichnete die GVF auch Dr. Maren Podszun von der Universität Hohenheim für ihre Forschungsarbeit zum Einsatz von Vitamin E bei einer Nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) aus.

Bastian Kochlik ist es gelungen, diät- und altersabhängige Biomarker in einen klinischen Kontext zu bringen, was die Bedeutung von Mikronährstoffen für ein gesundes Altern unterstreicht.
Prof. Tilman Grune, wissenschaftlicher Vorstand am DIfE

Zur Person

Dr. Bastian Kochlik promovierte von 2015 bis 2019 in der Abteilung Molekulare Toxikologie am DIfE. Dabei fokussierte er sich zunächst auf die Erforschung von fettlöslichen Mikronährstoffen und deren Zusammenhang mit dem sogenannten Frailty-Syndrom. Darüber hinaus untersuchte er, ob die Einnahme von Medikamenten zu einer Unterversorgung an Mikronährstoffen bei älteren Menschen führt. Zum 1. Juli 2020 wechselte Bastian Kochlik innerhalb des DIfE in die Abteilung Ernährung und Gerontologie.


Dr. Bastian Kochlik

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Abteilung Ernährung und Gerontologie

Tel.: +49 33 200 88 - 2782
E-Mail: bastian.kochlik@dife.de