KlarText-Preis für DIfE-Forscherin: Lebensmittelfälschern auf der Spur

Der diesjährige KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation geht in der Kategorie Chemie an Dr. Jana Raupbach vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Mit dem Preis würdigt die Klaus Tschira Stiftung Forschende, die einen allgemein verständlichen Texte über ihre Doktorarbeit verfassen. Die Auszeichnung wurde am 10. Oktober in Heidelberg an Raupbach und fünf weitere junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen.

Mit einem Beitrag zu ihrer Forschung an Manuka-Honig gewinnt Dr. Jana Raupbach den KlarText-Preis für Wissenschaftkommunikation 2019 (Foto: Ingo Knopf/ Klaus Tschira Stiftung)

Mit einem Beitrag zu ihrer Forschung an Manuka-Honig gewinnt Dr. Jana Raupbach den KlarText-Preis für Wissenschaftkommunikation 2019 (Foto: Ingo Knopf/ Klaus Tschira Stiftung)

In ihrer Doktorarbeit an der Technischen Universität Dresden kam Dr. Jana Raupbach, heute wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Molekulare Toxikologie am DIfE, Fälschungen des kostbaren Manuka-Honigs auf die Schliche. Für den KlarText-Preis nahm die Lebensmittelchemikerin die spannendsten Fakten und Erkenntnisse aus ihrer Forschungsarbeit und verpackte sie in einen verständlichen, unterhaltsamen Text. Unter dem Titel „Süße Fälschung“ erzählt sie von den kriminellen Machenschaften um den exklusiven Honig – und wie man diese aufdeckt.

Süße Fälschungen

Manuka-Honig wird aus dem Blütennektar einer neuseeländischen Teebaumart gewonnen. Wegen seiner stark antibakteriellen Wirkung ist er sehr begehrt und teuer. Ein 250-Gramm-Glas kostet bis zu 60 Euro. Doch nur rund jeder fünfte verkaufte Manuka-Honig ist echt. Meist handelt es sich um minderwertige Fälschungen. Raupbach hat eine Analysemethode entwickelt, mit der sich die Echtheit des Produktes überprüfen lässt. Denn es gibt bestimmte Verbindungen, die nur in Manuka-Honig entstehen. Dieser spezielle „chemische Fingerabdruck“ des Honigs soll den Verbrauchern mehr Sicherheit beim Lebensmittelkauf geben.

Wenn Proteine mit Zucker reagieren

Am DIfE untersucht Raupbach unter anderem, wie sogenannte Advanced Glycation Endproducts (AGEs), die mit der Nahrung aufgenommen werden, Entzündungsprozesse beeinflussen. AGEs sind Reaktionsprodukte aus Proteinen und Zuckern, die in Lebensmitteln, aber auch im menschlichen Körper entstehen. Da Proteine durch die Reaktion ihre Struktur und Funktion verlieren können, werden AGEs meist als nachteilig für den Körper betrachtet. Ob sie allerdings aus der Nahrung tatsächlich aufgenommen und eventuell verstoffwechselt werden, ist in lebenden Systemen bisher nicht untersucht worden.

Zur Person

Jana Raupbach wurde 1987 in Berlin geboren. Bevor sie im Juli 2018 ans DIfE kam, hat sie am Institut für Lebensmittelchemie der TU Dresden an Manuka-Honig geforscht. Ihren Doktortitel erhielt sie für die Arbeit „Carbonyl Compounds in Manuka Honey: Antibacterial Activity, Reactions and Metabolic Transit”.

Der KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation ist mit 5.000 Euro dotiert. Ziel des Projekts ist, den Austausch zwischen Forschenden und der Öffentlichkeit voranzutreiben. Beiträge können in den Kategorien Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften oder Physik eingereicht werden.


Pressekontakte

Dr. Jana Raupbach

Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Molekulare Toxikologie

E-Mail: jana.raupbach@dife.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +49 33200 88 - 2335
E-Mail: presse@dife.de