Kathrin Ohla vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung erhält Preis der Danisco Foundation

Potsdam-Rehbrücke - Die Danisco Foundation zeichnet Kathrin Ohla, leitende Wissenschaftlerin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE), mit der DuPont Nutrition & Health Science Excellence Medaille 2017 aus. Der Preis wird am 21. Juni 2017 in Dänemark im Rahmen einer kleinen Festveranstaltung überreicht und ist mit 10.000 US-Dollar dotiert. Die habilitierte Psychologin erhält die Auszeichnung für ihre exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Geschmacksforschung sowie der multisensorischen Nahrungswahrnehmung. Die Arbeiten tragen dazu bei, die psychophysiologischen Mechanismen besser zu verstehen, die der Wahrnehmung und Auswahl von Lebensmitteln zu Grunde liegen.

„Der Geschmackssinn ist der bisher am wenigsten erforschte Sinn in Mensch und Tier. Das liegt insbesondere an den technischen Herausforderungen, die Geschmacksforscher überwinden müssen. Untersuchungen der Geschmackswahrnehmung sind sehr zeitaufwendig und erfordern spezielle Apparaturen“ erklärt Ohla. Es gibt weltweit nur wenige Arbeitsgruppen, die mit ihren neurowissenschaftlichen und psychologischen Arbeiten, der Entwicklung von neuen Untersuchungsmethoden sowie Methoden zur Geschmacksstimulation und Datenanalyse maßgeblich zum Verständnis des Geschmackssystems beitragen. Zu diesen zählt auch Ohlas Nachwuchsgruppe, die schon einige wissenschaftliche Erfolge erzielen konnte.

So ist es ihr in Kooperation mit Wissenschaftlern der Charité − Universitätsmedizin Berlin erstmals gelungen, anhand von neuronalen Aktivitätsmustern des menschlichen Gehirns vorherzusagen, ob eine Person etwas Süßes, Salziges, Saures oder Bitteres schmeckt. Wie die Forscher zudem beobachteten, erreichen über die Zunge wahrgenommene Geschmackssignale sehr viel schneller das Gehirn als ursprünglich angenommen. Sie zählen somit zu den ersten neuronalen Informationen, die zum Gesamtgeschmackseindruck beitragen. Die Ergebnisse geben somit einen tiefen Einblick in den zeitlichen Ablauf der Geschmackssignalverarbeitung im Gehirn und zeigen, wie das zentrale Nervensystem die Signale der Grundgeschmacksarten verarbeitet (Crouzet et al., 2015; DOI 10.1016/j.cub.2015.01.057). Zukünftig wollen die Forscher um Ohla untersuchen, inwieweit Aktivitätsmuster Aussagen darüber erlauben, wie appetitlich Probanden einen Geschmacksreiz finden.

Danisco - eine Tochtergesellschaft von DuPont - ist ein dänisches Biotech-Unternehmen, das mehr als 7.000 Mitarbeiter in mehr als 40 Ländern beschäftigt. Seine Produkte, die in Eis, Marmeladen, Brot und vielen anderen Nahrungsmitteln verwendet werden, werden regelmäßig von mehr als 100 Millionen Menschen weltweit verzehrt.


Zur Person:

Kathrin Ohla studierte Psychologie an der Universität Magdeburg und promovierte 2007 an der Universität Leipzig. Von 2007 bis 2010 forschte sie am Centre de Recherche Nestlé in Lausanne zu den neuronalen Repräsentationen des Schmeckens und setzte ihre Arbeit am Monell Chemical Senses Center in Philadelphia von 2011 bis 2012 fort. Seit Sommer 2012 leitet sie die Nachwuchsgruppe für Psychophysiologie der Nahrungswahrnehmung am DIfE. 2016 habilitierte sich Ohla in Psychologie an der Humboldt Universität zu Berlin mit dem Thema „Neuronale Mechanismen der Nahrungswahrnehmung“. Seit dem Wintersemester 2016 vertritt sie die Professur für Allgemeine Psychologie an der Medical School Berlin - Hochschule für Gesundheit und Medizin.

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