Frauen in der Wissenschaft - Dritter Career Talk am DIfE

Der Weg zum Professortitel kann lang und steinig sein. Wie dieser Weg für Frauen aussehen kann, diskutierten am 20. November 2020 drei Professorinnen aus Lübeck, Gera und Würzburg mit 46 Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim dritten Career Talk, den Dr. Stefanie Blankenburg vom NutriAct-Kompetenzcluster für Ernährungsforschung Berlin-Potsdam und Dr. Petra Wiedmer vom DIfE organisiert haben. Aufgrund der Corona-Pandemie fand der Career Talk zum ersten Mal digital statt und erreichte damit auch überregionale Nachwuchsforschende.

Prof. Dr. Henriette Kirchner (li.) von der Universität Lübeck, Prof. Dr. Claudia Luck-Sikorski (m.) von der SRH Hochschule für Gesundheit in Gera und Prof. Dr. Ricarda Scheiner (re.) von der Universität Würzburg waren die Gesprächspartnerinnen im dritten Career Talk. (Fotos: privat)

Die Professorinnen Henriette Kirchner (li.), Claudia Luck-Sikorski (m.) und Ricarda Scheiner (re.) sprachen über ihre persönlichen Karrierewege. (Fotos: privat)

Karriereziele im Blick behalten

Durch die zweistündige Veranstaltung führten die Moderatorinnen Dr. Christiane Ott, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Molekulare Toxikologe am DIfE, und Dr. Ulrike Ruzanska, die am Lehrstuhl für Beratungspsychologie an der Universität Potsdam als Wissenschaftlerin im NutriAct-Kompetenzcluster tätig ist. Die eingeladenen Gesprächspartnerinnen Prof. Dr. Henriette Kirchner von der Universität Lübeck, Prof. Dr. Claudia Luck-Sikorski von der SRH Hochschule für Gesundheit in Gera und Prof. Dr. Ricarda Scheiner von der Universität Würzburg sprachen über ihre persönlichen Karrierewege, ihre aktuellen Positionen und Herausforderungen in ihrem Arbeitsalltag.

Sie gaben den teilnehmenden Nachwuchsforschenden wichtige Tipps für den individuellen Karriereweg:

  • Nicht der Ruhm, sondern die Leidenschaft für das Forschungsthema sollte das Ziel der wissenschaftlichen Karriere sein.
  • Das Karriereziel im Blick behalten, aber nicht zu verbissen verfolgen. Ein guter und realisierbarer Plan B kann Alternativen für den Notfall bieten.
  • Seinen eigenen und nicht den von anderen erwarteten Karriereweg mit Selbstvertrauen gehen und sich treu bleiben, auch wenn es zu Widerständen und Rückschlägen kommt.

Stärkung der Frauenquote

Neben Einblicken in die individuellen Lebensläufe und aktuellen Tätigkeiten äußerten sich die Professorinnen auch zum Thema Gleichstellung. Die Frauenquote in Gremien und Leitungspositionen sehen sie positiv. Dennoch gibt es aus ihrer Sicht gewisse Schwierigkeiten für Frauen, sich trotz sehr guter Qualifikationen gegen männliche Kollegen oder Mitbewerber durchzusetzen. Das zeigen Erkenntnisse zum Geschlechterverhältnis bei eingehenden Bewerbungen1. In der Generation der jüngeren Professor*innen sei jedoch ein Aufweichen dieser Trennung spürbar, nicht zuletzt dadurch, dass talentierte und ambitionierte Frauen durch ihre Mentoren und Mentorinnen unterstützt werden, mit gestärktem Selbstvertrauen mehr Initiative für Eigenwerbung zu zeigen.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Alle drei Professorinnen haben sich bewusst für die Gründung einer Familie entschieden. Die Herausforderung, Beruf und Familie zusammenzubringen, sei groß, aber möglich. So kommt es nicht selten vor, dass Wissenschaftler*innen in Leitungspositionen auch mal nachts, am Wochenende oder an Feiertagen arbeiten, um allen Lebensbereichen gerecht zu werden. Nichtsdestotrotz schätzen alle drei Professorinnen ihre Unabhängigkeit und das damit verbundene flexible Zeitmanagement.

Viele der vor allem weiblichen Zuhörerinnen fühlten sich durch die Veranstaltung ermutigt, ihre wissenschaftliche Karriere weiter zu verfolgen.
Dr. Stefanie Blankenburg, Leiterin der NutriAct-Geschäftsstelle

Mut zur wissenschaftlichen Karriere

„Dieser Career Talk war trotz des digitalen Formats sehr lebendig, ehrlich und offenherzig. Es ist beeindruckend, wie jede der drei Professorinnen ihren persönlichen Weg zur leitenden Wissenschaftlerin gestaltet hat. Viele der vor allem weiblichen Zuhörerinnen fühlten sich durch die Veranstaltung ermutigt, ihre wissenschaftliche Karriere weiter zu verfolgen“, fasst Dr. Stefanie Blankenburg, Geschäftsstellenleiterin des Kompetenzclusters NutriAct, zusammen. Am Ende der zweistündigen Veranstaltung stellten sich die Referentinnen während eines virtuellen Get Togethers noch den Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Der Career Talk, welcher gemeinsam vom NutriAct-Kompetenzcluster und dem DIfE organisiert wird, soll den Nachwuchswissenschaftler*innen Perspektiven für ihre Zeit nach der Promotion oder in der frühen Postdoc-Phase zeigen. Der erste Talk fand 2016 zum Thema "Karrierewege in den Lebenswissenschaften - Einblicke in Karriereentwicklung und berufliche Situation von promovierten Wissenschaftlern" statt. Über Karrierewege außerhalb der akademischen Forschung informierte die 2019 organisierte Veranstaltung. NutriAct bietet für den wissenschaftlichen Nachwuchs neben den Career Talks u. a. auch Summer- und Winterschools sowie LabTours an, in denen sich die Wissenschaftler*innen austauschen, vernetzen und weiterbilden können.


Pressekontakte

Dr. Ulrike Bernhardt

kommissarische Leiterin der NutriAct-Geschäftsstelle

Tel.: +49 33 200 88 - 2533
E-Mail: office.nutriact@dife.de

Dr. Petra Wiedmer

Referentin des Wissenschaftlichen Vorstands

Tel.: + 49 33 200 88 - 2245
E-Mail: petra.wiedmer@dife.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +49 33 200 88 - 2335
E-Mail: presse@dife.de