DIfE beteiligte sich am Weltdiabetes-Erlebnistag 2019

Raus aus dem Konferenzzentrum, rein in die Mitte der Bevölkerung – so lautete das Konzept des ersten Weltdiabetes-Erlebnistages, der am 16. November 2019 im Berliner Sony Center am Potsdamer Platz stattfand. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) beteiligte sich mit einem Mitmachexperiment zum Thema Ballaststoffe im Zelt des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Zudem hielten Dr. Stefan Kabisch und Professorin Soyoung Q Park informative Vorträge zum Thema Ernährung und Diabetes auf der Eventbühne. Insgesamt rund 7.000 Besucherinnen und Besucher nutzten das neue und volksnähere Veranstaltungsangebot, das unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums und in Kooperation mit diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des weltweiten Diabetestags erstmals in diesem Format organisiert wurde.

Dr. Stefan Kabisch informierte beim Weltdiabetes-Erlebnistag 2019 zum Thema: "Gesunde Ernährung gegen Typ-2-Diabetes" (Foto: Juliane Dräger/DIfE)

Dr. Stefan Kabisch informierte beim Weltdiabetes-Erlebnistag 2019 zum Thema: "Gesunde Ernährung gegen Typ-2-Diabetes" (Foto: Juliane Dräger/DIfE)

Diabetes sichtbar und erlebbar machen

Während in den vergangenen zehn Jahren klassische Vorträge in geschlossenen Räumen im Mittelpunkt standen, sollte der neu konzipierte Weltdiabetes-Erlebnistag in diesem Jahr zu einem öffentlichen Erlebnis für alle Menschen – egal ob mit oder ohne Diabetes – werden. Selbsthilfegruppen aus ganz Deutschland waren angereist, um sich über den neuesten Stand der Diabetesforschung zu informieren und sich direkt mit den Diabetesexpertinnen und -experten auszutauschen.

Trotz des nasskalten Herbstwetters strömten die ersten Gäste schon lange vor dem offiziellen Beginn um 10 Uhr über den Diabetesmarkt am Potsdamer Platz. In 40 Ausstellerzelten präsentierten Forschungszentren, Medizintechnikfirmen, Pharmaunternehmen und Selbsthilfeverbände ihre neuesten Angebote und beantworteten die Fragen der Besucherinnen und Besucher. Auf der Eventbühne wechselten sich Kurzvorträge, Diskussionsrunden und musikalische Einlagen ab. Bei den wissenschaftlichen Fachvorträgen im angrenzenden Kinosaal war der Besucherandrang zeitweise so groß, dass der Saal geschlossen werden musste. Der Mitmachparcours animierte die Gäste, bei vielen interaktiven Stationen Punkte zu sammeln, die am Ende gegen eine kleine Belohnung eingetauscht werden konnten.

Ernährung und Diabetes

Auch vor der Eventbühne versammelten sich zahlreiche Interessierte, als Studienarzt und Ernährungsforscher Dr. Stefan Kabisch in seinem Kurzvortrag anhand der zehn Regeln der gesunden Ernährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung die Bedeutung der Ernährung für die Vorbeugung und Therapie von Typ-2-Diabetes erläuterte. In einer anschließenden Podiumsdiskussion stellte er sich dann den Fragen des Publikums.

Die Psychologin und Hirnforscherin Prof. Soyoung Q Park, Leiterin der Abteilung Neurowissenschaft der Entscheidung und Ernährung am DIfE, klärte zudem darüber auf, wie das Gehirn Ernährungsentscheidungen trifft und beantwortete die Frage: „Warum essen wir, was wir essen?“.

Im Zelt des DZD konnten die Besucherinnen und Besucher ihr Wissen über den Ballaststoffgehalt verschiedener Lebensmittel testen. Dafür standen auf dem Tisch acht große Gläser bereit, die mit verschiedenen Lebensmitteln gefüllt waren. Die Teilnehmenden sollten einschätzen, wie viele Ballaststoffe z. B. in einem Apfel, einer Scheibe Vollkornbrot, einem Sesambrötchen und jeweils einer Portion Haferflocken, Paprika, Nüsse, Vollkornnudeln und Linsen stecken und die Gläser entsprechend sortieren. Viele taten sich schwer und gaben offen zu, nur wenig über Ballaststoffe zu wissen. Für den größten Überraschungseffekt sorgte die Paprika, die mit den meisten Ballaststoffen pro Portion auftrumpfte.

Dem Diabetes eine Stimme geben

Ein Highlight der Veranstaltung war der Familiy fun run, bei dem Groß und Klein entweder einen oder fünf Kilometer joggen oder walken konnten. Zum Ende des Tages präsentierten die Veranstalter auf der Event-Bühne das Diabetes-Manifest 2019. Darin heißt es, dass niemand wegen seines Diabetes diskriminiert werden darf. Um die Politik zum Handeln zu bewegen, müsse aber auch die Stimme der Betroffenen lauter werden. Dafür wurde das neue Bürgerbeteiligungsportal www.diabetes-stimme.de ins Leben gerufen.

Beim großen Finale des ersten Weltdiabetes-Erlebnistages stiegen hunderte Schaumringe unter dem blau beleuchteten Dach des Sony Centers empor. Die Inszenierung sollte an den „Blue circle“ erinnern, der international als Symbol der Diabetesaufklärung gilt.


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