Nationale Kohorte (NAKO) – Tausendster Teilnehmer im Studienzentrum Berlin-Süd/Brandenburg begrüßt

Potsdam Rehbrücke – Heute am 06. Juli 2015 begrüßte Studienassistentin Silke Wustlich mit einem Blumenstrauß den 51-jährigen Andreas Günther als tausendsten Teilnehmer im Studienzentrum Berlin-Süd/Brandenburg in Steglitz. „Wir freuen uns sehr, diesen ersten Meilenstein erreicht zu haben und hoffen, dass auch zukünftig viele Bürgerinnen und Bürger aus dem süd-westlichen Berlin sowie den Brandenburger Gemeinden Blankenfelde-Mahlow, Falkensee und Schulzendorf unsere Einladung annehmen und an der Langzeit-Gesundheitsstudie teilnehmen“, sagt Epidemiologe Matthäus Vigl vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE), der das Studienzentrum leitet. In Zukunft wollen die Forscher ihr Einzugsgebiet auch noch erweitern.

Ziel der Nationalen Kohorte (NAKO) ist es, typischen Volkskrankheiten wie Krebs, Demenz und Diabetes besser vorzubeugen, diese Krankheiten früher zu erkennen und sie besser zu therapieren. Hierzu führen die beteiligten Wissenschaftler in 18 über das Bundesgebiet verteilten Studienzentren umfangreiche Untersuchungen durch.

Andreas Günther hat sich über seine Einladung gefreut. Er könne so einerseits die Gesundheitsforschung zum Wohl der Gesellschaft unterstützen und zum anderen auch etwas über die eigene Gesundheit erfahren, so der Berliner.

„Im Rahmen der Nationalen Kohorte untersuchen wir die Lebensbereiche, die nach bisherigen Erkenntnissen langfristig für die Gesundheit bedeutsam sind. Wir gehen daher nicht der Frage nach, ob bestimmte Ausprägungen im Lebensstil das Risiko für die Volkskrankheiten senken, sondern in welcher Größenordnung und in welcher Kombination sie dies tun. In Zukunft sollen Vorschläge zur Krankheitsprävention mit berücksichtigen, was eine Person schon an positiven Lebensstilfaktoren besitzt und welch weiterer Präventionsvorschlag individuell am sinnvollsten ist“ sagt Studienleiter Prof. Heiner Boeing, der auch gleichzeitig die Abteilung Epidemiologie am DIfE leitet.

Das Untersuchungsprogramm ist sehr umfangreich und beinhaltet neben Befragungen zur Ernährung und zum Lebensstil unter anderem auch Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnistests sowie eine Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems. Zudem sammeln die Forscher verschiedene Bioproben. Die Untersuchungen können je nach Untersuchungsprogramm 3 bis 6 Stunden dauern.

Nach vier bis fünf Jahren findet dann die zweite große Untersuchungsrunde statt, wobei die medizinischen Untersuchungen und Befragungen anhand festgelegter Standardprotokolle erfolgen, um vergleichbare und damit verwertbare Daten zu erhalten. Die NAKO-Studie ist langfristig angelegt und wird alle Beteiligten die nächsten Jahrzehnte begleiten. Erste Resultate erhoffen sich die Forscher aber schon nach etwa fünf bis sechs Jahren.

„Der nächste Schwung Einladungen wird gerade versendet. Sollten Sie also Post von der NAKO im Briefkasten haben, dann machen Sie mit! Denn jeder Einzelne zählt, um die Gesundheitssituation in Deutschland zu verbessern“, appelliert Vigl.

Eine Teilnahme an der NAKO ohne Einladung ist aufgrund des Studiendesigns nicht möglich.

 

Weitere Informationen unter www.nako.de und http://www.dife.de/dife-vernetzt/forschungsverbuende/national/nako/.

Hinweise zum Erstuntersuchungsprogramm finden Sie hier.

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft, das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NAKO), der zurzeit größten Bevölkerungsstudie in Deutschland. Seit Mai 2014 werden die ersten Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer eingeladen. Bundesweit werden im Verlauf der nächsten Jahre 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Mithilfe der gesammelten medizinischen Daten, Bioproben und Befragungsangaben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Depressionen genauer erforscht. Langfristig versprechen sich die Wissenschaftler der NAKO Antworten auf folgende Fragen: Wie entstehen diese Krankheiten? Gibt es Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen? Welche Rolle spielen zum Beispiel unsere Gene, die Umwelteinflüsse, denen wir ausgesetzt sind, soziale Kontakte oder aber unser Lebensstil? Können wir uns vor diesen Krankheiten schützen? Wie können diese Krankheiten frühzeitig erkannt werden? Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

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