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Stand: 24.10.2018 04:46:13

Epigenetische Veränderungen fördern Leberverfettung bei Maus und Mensch

Forschungshighlight vom 01.01.2017

Mäuse, mit starkem Hang zum Übergewicht, weisen bereits in einem Alter von sechs Wochen epigenetische Veränderungen auf, die dazu führen, dass die Leber das Enzym DPP41 verstärkt bildet und ins Blut abgibt. Langfristig begünstigt dies das Entstehen einer Fettleber. Auch bei Menschen, die unter einer Leberverfettung leiden, sind solche Veränderungen am Erbgut nachweisbar und lassen auf eine ähnliche Ursachenkette schließen. Dies sind die Ergebnisse einer internationalen Studie unter Führung der Abteilung Experimentelle Diabetologie. Laut der beteiligten Wissenschaftler weist die Studie darauf hin, dass die mit Übergewicht einhergehenden, epigenetischen Veränderungen des DPP4-Gens schon bei jungen Menschen den Leberstoffwechsel negativ beeinflussen, weit bevor es zu einer Leberverfettung kommt. Zukünftige Untersuchungen müssten klären, wie und zu welchem Zeitpunkt bereits als Medikament erhältliche DPP4-Inhibitoren eingesetzt werden könnten, um dem Entstehen einer nichtalkoholischen Fettleber vorzubeugen, so die Forscher.

1DPP4 steht für Dipeptidyl peptidase 4. Das Enzym spaltet u.a. die Darmhormone (Inkretine) Glucagon-like peptide-1 (GLP-1) und Gastric inhibitory polypeptide (GIP), die hierdurch ihre Wirkung verlieren. Dies begünstigt hohe Blutzuckerwerte, ebenso wird die Funktion der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse negativ beeinflusst. DPP4-Inhibitoren werden bereits als Medikament in der Diabetestherapie eingesetzt, um die Wirkung der beiden körpereigenen Inkretine GLP-1 und GIP zu verlängern. Ihr Ziel ist es, die Insulinausschüttung nach der Nahrungsaufnahme bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zu verstärken.

Literatur: Baumeier, C., Saussenthaler, S., Kammel, A., Jähnert, M., Schlüter, L., Hesse, D., Canouil, M., Lobbens, S., Caiazzo, R., Raverdy, V., Pattou, F., Nilsson, E., Pihlajamäki, J., Ling, C., Froguel, P., Schürmann, A., Schwenk, R. W.: Hepatic DPP4 DNA-methylation associates with fatty liver. Diabetes 6, 25-35 (2017).

© 2018 DIfE - Deutsches Institut für Ernährungsforschung. Alle Rechte vorbehalten. // Stand 24.11.2017