Schriftgröße  A-  A  A+

Abb. 1 Bioaktivierung von Isoflavonen durch Darmbakterien in gnotobiotischen Ratten

Abb. 1 (A) Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Slackia isoflavoniconvertens; (B) ... mehr

Abb. 2 Bioaktivierung von Isoflavonen durch Darmbakterien in gnotobiotischen Ratten

Abb. 2 Konzentration von Daidzein und Genistein und deren Metaboliten im Darminhalt (Zäkum), ... mehr

Dife Logo

Druckversion von: http://www.www.dife.de/forschung/abteilungen/projektdetail.php?id=188&abt=GAMI
Stand: 23.04.2018 17:21:51

Abteilung Gastrointestinale Mikrobiologie (GAMI)

Projekt 1 : Bioaktivierung von Isoflavonen durch Darmbakterien in gnotobiotischen Ratten

Annett Braune, Anastasia Matthies, Christine Schröder

Isoflavone sind polyphenolische Pflanzeninhaltsstoffe, die mit der Prävention von Brust-, Prostata- und Kolonkrebs sowie Osteoporose und Adipositas in Verbindung gebracht werden. Sojaprodukte sind reich an Isoflavonen wie Daidzein- und Genistein-Glykosiden. Der Daidzein-Metabolit Equol wird ausschließlich durch Bakterien im Darm gebildet und ist im Vergleich zu seinem Ausgangsstoff biologisch wirksamer. Kürzlich isolierten wir Slackia isoflavoniconvertens (Abb. 1A) als eines der wenigen identifizierten Equol-bildenden Darmbakterien des Menschen. Dieses Bakterium setzt ebenfalls Genistein zu 5-Hydroxy equol um. Um die Isoflavon-umsetzende Fähigkeit von S. isoflavoniconvertens in vivo nachzuweisen, untersuchten wir die Metabolisierung von Daidzein und Genistein in mit Soja gefütterten Ratten. Die Ratten hatten wir zuvor mit einer vereinfachten humanen Darmmikrobiota ohne (Kontroll-Ratten) bzw. mit S. isoflavoniconvertens (SIA-Ratten) assoziiert. S. isoflavoniconvertens besiedelte den Darm der Ratten dauerhaft (Abb. 1B). Den bakteriellen Daidzein-Metaboliten Equol wiesen wir in Darminhalt, Plasma und Urin der SIA-Ratten, jedoch nicht in entsprechenden Proben der Kontroll-Ratten nach (Abb. 2). Zudem wiesen wir in unserer Studie erstmals die Bildung des analogen Genistein-Metaboliten, 5-Hydroxyequol, in Darminhalt und Urin der SIA-Ratten nach (Abb. 2). Dieser Metabolit lag in erheblich geringeren Konzentrationen als Equol vor. Als Hauptmetabolit von Genistein wurde das Zwischenprodukt Dihydrogenistein gebildet. Die Konzentrationen von Daidzein und Genistein waren in allen Proben der SIA-Ratten erheblich geringer als in denen der Kontroll-Ratten (Abb. 2). Die beobachtete Aktivität in unserem gnotobiotischen Rattenmodell spricht dafür, dass S. isoflavoni-convertens durch die Bildung von Equol und 5-Hydroxyequol auch im Menschen zur Bioaktivierung von Daidzein und Genistein beitragen kann.

* gnotobiotische Ratten: keimfreie Ratten oder Ratten, die gezielt mit bestimmten Darmbakterien besiedelt wurden.

© 2018 DIfE - Deutsches Institut für Ernährungsforschung. Alle Rechte vorbehalten. // Stand 29.03.2018

Webdesign // Netzformat Internetagentur