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Abb. 1 Mechanismen der Fettleberentstehung und Therapieansätze durch Ernährung

Abb. 1 Design der LeguAN-Studie: Probanden mit Typ-2-Diabetes bekamen eine entweder ... mehr

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Stand: 20.01.2018 21:34:33

Abteilung Klinische Ernährung (KLE)

Projekt 3 : Mechanismen der Fettleberentstehung und Therapieansätze durch Ernährung

Silke Hornemann, Stefan Kabisch, Ulrike Kaiser, Farnaz Keyhani-Nejad, Maria Markova, Olga Pivovarova, Natalia Rudovich, Rita Schüler

Eine einfache Fettleber (Non-alcoholic fatty liver disease oder NAFLD), meist durch Übergewicht ausgelöst, kann durch entzündliche Prozesse über das Stadium einer Fettleberentzündung bis zur Leberzirrhose und einem Leberzellkarzinom fortschreiten. Die Fettleber ist eng mit dem Diabetesrisiko und mit dem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verknüpft. Obwohl eine Gewichtsreduktion durch Kalorienbeschränkung eine wirksame Therapie zur Reduktion der Fettleber darstellt, ist dies in der Praxis oft schwer umzusetzen.

Wir suchen daher nach Ernährungsstrategien, die ohne eine Gewichtsabnahme den Leberfettgehalt vermindern. Hierzu untersuchten wir zunächst die Effekte einer proteinreichen Ernährung (20 EN%), wobei wir die Wirkung von tierischem Protein mit der von pflanzlichem verglichen. Das Pflanzenprotein stammte dabei überwiegend aus Erbsen und das tierische Protein aus Milch, Fisch und Fleisch. Um das Pflanzenprotein besser in die Ernährung einbinden zu können, haben wir zusammen mit dem Institut für Getreideverarbeitung (IGV) verschiedene Nahrungsmittel mit einem hohen Erbsenproteingehalt entwickelt, wie z. B. Nudeln, Brot, ein Gemüsegetränk und einen Erbsenbrei. An der Studie nahmen Patienten mit Typ-2-Diabetes teil. Tatsächlich führte der hohe Proteinanteil innerhalb von sechs Wochen zu einer drastischen Reduktion des Leberfetts um 40-50%, und zwar ohne dass die Probanden ihre Nahrungszufuhr einschränken mussten. Dabei zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen pflanzlichem und tierischem Protein.

Wir untersuchen momentan die Mechanismen, durch die das Protein wirkt und beobachten ausgeprägte Veränderungen bei den zirkulierenden freien Fettsäuren, bei der in der Leber und im Fettgewebe stattfindenden Fettsynthese, bei der Fettoxidation, aber auch bei der Genexpression von Proteinen, die mit dem Fettstoffwechsel und der Substratoxidation zusammenhängen. Diese Veränderungen waren mit einer Verminderung von Entzündungsmarkern und einer Verbesserung des Zuckerstoffwechsels verbunden. Hierbei zeigten sich moderate Unterschiede zwischen dem tierischen und dem pflanzlichen Protein.

Zumindest kurzfristig kann demnach eine proteinreiche Ernährung zusammen mit einer gesunden Nahrungszusammensetzung dazu beitragen, den Leberfettgehalt zu reduzieren.

Aktuell initiieren wir größere und längerfristige Studien, um die Auswirkungen einer proteinreichen Diät auf den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-Risiko zu untersuchen.

© 2018 DIfE - Deutsches Institut für Ernährungsforschung. Alle Rechte vorbehalten. // Stand 20.07.2017

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