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Stand: 23.01.2018 00:57:12

Abteilung Klinische Ernährung (KLE)

Projekt 2 : Personalisierte Ernährung

Turid Frahnow, Thomas Gantert, Silke Hornemann, Nicole Küffel, Martin Osterhoff

Um personalisierte Ernährungsempfehlungen geben zu können, ist es notwendig, zu wissen, wie der Stoffwechsel eines Individuums auf bestimmte Nahrungskomponenten reagiert. Die genetischen Unterschiede zwischen Personen spielen hierfür eine entscheidende Rolle und können in Zwillingsstudien analysiert werden. Eineiige Zwillinge sollten dieselbe genetisch determinierte Reaktion auf eine Nahrungsumstellung zeigen und es sollte möglich sein, durch Genanalysen die Antworten vorherzusagen. Um mehr über die Zusammenhänge zwischen Genen, der Ernährung und dem Stoffwechsel zu erfahren, berechneten wir sowohl die basale als auch die nahrungsinduzierte Veränderung der Insulinempfindlichkeit und -sekretion sowie die Protein- und Genexpression bei ein- und zweieiigen Zwillingspaaren.

Unerwarteterweise fanden sich je nach Parameter erhebliche Unterschiede in der genetischen Determination. Das Zytokin Interleukin (IL)-6 zeigte z. B. nur eine sehr geringe Korrelation bei den eineiigen Zwillingen, während wir für das Zytokin Tumornekrosefaktor alpha (TNF α) oder das Stoffwechselhormon Adiponectin eine hohe Korrelation feststellten. Zudem untersuchten wir in den Blutproben der Probanden die Werte von verschiedenen Stoffwechselhormonen (z. B. Fibroblasten Wuchs Faktor-21 (FGF21), Leptin, Insulin), Zytokinen sowie Chemokinen (Monocyte Chemoattractant Protein-1 [MCP-1], Rantes, Visfatin u. a.) und beobachteten sehr unterschiedliche Muster. Unsere Ergebnisse zeigen, dass jeder Stoffwechselwert individuell betrachtet werden muss, um sinnvolle Vorhersagen zu treffen.

Unsere gleichzeitigen Transkriptom- und Lipidom-Untersuchungen erlauben zudem, nach Assoziationen zu suchen, die ein differenzierteres Bild der Regulationsprozesse erlauben. Dies setzt die Entwicklung bioinformatischer Analysetechniken voraus. Wir versuchen deshalb, einen minimalen Datensatz zu identifizieren, der für eine sinnvolle Vorhersage erforderlich wäre. Dabei untersuchen wir auch, wie informativ dynamische Belastungen wie ein Mahlzeitentest oder ein Zuckerbelastungstest sind.

© 2018 DIfE - Deutsches Institut für Ernährungsforschung. Alle Rechte vorbehalten. // Stand 20.07.2017

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