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Dr. (habil.) Kathrin Ohla
Nancy Ewert
Tel.: 033200 88-2556
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Stand: 25.02.2017 00:59:33

Image  Psychophysiologie der Nahrungswahrnehmung

Nachwuchsgruppe Psychophysiologie der Nahrungswahrnehmung (PSY)

Kurzprofil

Forschungsgebiet

Die im Juni 2012 gegründete Nachwuchsgruppe untersucht die psychophysiologischen Grundlagen der Geschmackswahrnehmung beim Menschen. Zudem erforscht sie die Wechselwirkungen zwischen dem Geschmackssinn und anderen Sinnen, die für die Nahrungswahrnehmung und hedonische Bewertung von Lebensmitteln eine Rolle spielen.

Hintergrund

Die Fähigkeit zu schmecken ist für die Nahrungsauswahl und das Entstehen von Nahrungsvorlieben entscheidend. Eine gestörte Wahrnehmung oder hedonische Bewertung des Geschmacks kann ein gestörtes Essverhalten fördern, das wiederum eine Fehl- oder Überernährung begünstigt. Zum Beispiel sind besonders ältere, in ihrer Geschmacks- und Geruchswahrnehmung eingeschränkte Menschen unter- oder mangelernährt, da sie durch den Verlust ihrer sensorischen Fähigkeiten die Freude am Essen verlieren. Zu viel zu essen stellt dagegen das andere Extrem dar, denn eine übermäßige Kalorienaufnahme kann unter anderem zu Übergewicht und Adipositas (Fettsucht) führen, die sich zu einer globalen Epidemie entwickelt haben. Um unsere Nahrungsmittelauswahl und unser Essverhalten besser zu begreifen, ist es notwendig, die grundlegenden Mechanismen zu verstehen, die für das Geschmacksempfinden, die Wahrnehmung von Nahrungsmitteln sowie die damit verbundenen angenehmen Erfahrungen eine Rolle spielen.

Ziel

Das Ziel der Nachwuchsgruppe ist es, die Vorgänge im Gehirn besser zu verstehen, die der Wahrnehmung und der hedonischen Bewertung von Nahrungsmitteln zugrunde liegen, um die Mechanismen zu entschlüsseln, welche die Nahrungsauswahl kontrollieren. Hierzu untersucht die Gruppe, wie das menschliche Gehirn lebensmittelbezogene Informationen verarbeitet, zum Beispiel den Geschmack, den Geruch oder den visuellen Eindruck eines Nahrungsmittels. Zudem erforscht sie, wie die verschiedenen sensorischen Informationen miteinander interagieren und wie sie in Verhalten umgesetzt werden, zum Beispiel in die Akzeptanz oder Ablehnung von Lebensmitteln. Die Wissenschaftler der Nachwuchsgruppe nutzen folgende Techniken:

• psychophysische Untersuchungen der chemosensorischen Wahrnehmung

• elektroenzephalographische Messungen und funktionelle Bildgebung der Hirnaktivität

• Modellierung von Wahrnehmungs- und Kognitionsprozessen

• Entwicklung von Methoden für die Präsentation von Lebensmittelreizen in einer kontrollierten Testumgebung

© 2017 DIfE - Deutsches Institut für Ernährungsforschung. Alle Rechte vorbehalten. // Stand 11.01.2017