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Prof. Dr. Kristina Norman Lebenslauf
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Stand: 18.12.2018 20:14:33

Image Ernährung und Gerontologie

Abteilung Ernährung und Gerontologie (ERG)

Kurzprofil

Forschungsgebiet

Im Alter kommt es zu einem Verlust der Skelettmuskulatur und einer Zunahme der Körperfettmasse. Dadurch steigt einerseits das Risiko für Stoffwechselerkrankungen an. Andererseits nimmt hierdurch die körperliche Leistungsfähigkeit ab, was die Lebensqualität und soziale Teilhabe im Alter beeinflusst.

Die Wissenschaftler der Abteilung Ernährung und Gerontologie gehen zum einen der Frage nach, wie das Alter und Alterungsprozesse die Ernährung und den Stoffwechsel beeinflussen. Zum anderen untersuchen sie, wie sich altersassoziierte Veränderungen der Körperzusammensetzung auf Stoffwechselprozesse und die körperliche Leistungsfähigkeit auswirken.

Hintergrund

Im Alter kommt es zu Veränderungen der Körperzusammensetzung. In den meisten Fällen nimmt die Menge an Fett- und Bindegewebe zu. Dagegen nehmen die Knochenmasse sowie die Masse der Skelettmuskulatur ab. Diese auch als Sarkopenie bezeichnete Abnahme des Muskelgewebes hat weitreichende Folgen. Sie manifestieren sich unter anderem in einer verminderten Mobilität mit einer erhöhten Sturz- und Frakturgefahr, in Gebrechlichkeit (Frailty Syndrom) sowie in metabolischen Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel einer reduzierten Insulinsensitivität.

Erst seit wenigen Jahren weisen Forschungsergebnisse darauf hin, dass die Skelettmuskulatur den Stoffwechsel über verschiedene Mechanismen beeinflusst. So gibt sie entweder Botenstoffe ans Blut ab (endokrine Sekretion), die über diesen Weg zu ihren Zielzellen gelangen. Oder sie setzt Botenstoffe frei, die Zellen in der unmittelbaren Umgebung beeinflussen (parakrine Sekretion). Daher haben Wissenschaftler gerade erst damit begonnen, die Effekte einer Sarkopenie auf eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen zu erforschen.

Die Pathophysiologie der Sarkopenie bzw. die Ursachen für die veränderte Körperzusammensetzung im Alter sind noch nicht eindeutig geklärt. Sie scheinen jedoch multifaktoriell zu sein und umfassen neben hormonellen, immunologischen und neuromuskulären Veränderungen auch Lebensstilfaktoren. Zu diesen zählen zum Beispiel eine geringe körperliche Aktivität sowie eine inadäquate Ernährung.
Bei der Ernährung kommen zum Teil innerliche (endogene) wie äußere (exogene) Faktoren zum Tragen. Einerseits sind Stoffwechselprozesse bekannt, die mit zunehmendem Alter nach der Nahrungsaufnahme (postprandial) eine verringerte Muskelproteinbiosynthese bewirken. Andererseits ist die Nährstoffzusammensetzung der Ernährung im Alter häufig nicht ausreichend, um eine optimale Muskelproteinbilanz zu erhalten. Dabei kommt es außerdem zu einem komplexen, aber noch nicht gut erforschten Zusammenspiel von Ernährungsfaktoren und verschiedenen altersassoziierten Prozessen, die u.a. den Muskelabbau begünstigen. Zudem verschlechtert sich das Immunsystem im Alter zunehmend (Immunoseneszenz) und die Erkrankungshäufigkeit (Morbidität) steigt. Dies trägt dazu bei, dass sich der Bedarf an verschiedenen Nährstoffen verändern kann. Erschwerend kommt hinzu, dass der Nährstoffbedarf im Alter zumindest teilweise noch nicht ausreichend bekannt ist.

Ziel

Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen der Ernährung und der Körperzusammensetzung im Alter besser zu verstehen. Insbesondere interessieren uns die Effekte der Ernährung auf die Muskulatur, die für die körperliche Leistungsfähigkeit und ein gesundes Altern eine entscheidende Rolle spielt. Hierzu führen wir unter anderem klinische und experimentelle Humaninterventionsstudien durch, mit dem Ziel, innovative Ernährungskonzepte für den Erhalt der Muskulatur bzw. den Muskelaufbau zu entwickeln. Darüber hinaus wollen wir dazu beitragen, die altersassoziierte Pathophysiologie der Sarkopenie besser zu verstehen. Nicht zuletzt untersuchen wir das komplexe Zusammenspiel zwischen Biomarkern der Sarkopenie, der Immunoseneszenz und ernährungsphysiologischen Vorgängen im Alter.

Die Wissenschaftler der Abteilung arbeiten dabei auch eng mit der ebenfalls von Prof. Norman geleiteten AG Ernährung und Körperzusammensetzung im Rahmen der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité Universitätsmedizin Berlin zusammen.

© 2018 DIfE - Deutsches Institut für Ernährungsforschung. Alle Rechte vorbehalten. // Stand 05.02.2018

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