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30.07.05
Pressemitteilung 11/2005
Sperrfrist:
29. Juli 2005, 18:00 Uhr CEST (Central European Summer Time)
Neuer Zusammenhang zwischen Fructose-Konsum und Gewichtszunahme entdeckt
Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke haben in einer neuen Studie (Jürgens et
al., Obesity Research, 13:1146-1156, 2005) herausgefunden, dass die
Aufnahme von Fructose (Fruchtzucker) die Körperfett- und Gewichtszunahme
bei Mäusen deutlich steigert. Damit liefern die Forscher neue Daten,
die einen Zusammenhang zwischen dem weltweit angestiegenen Fructosekonsum
und der stetig steigenden Zahl übergewichtiger Menschen möglich
machen.
In der vorliegenden Studie boten die Forscher Mäusen entweder
eine 15%ige Fructoselösung, ein Saccharose- (Rohrzucker-)haltiges
Erfrischungsgetränk (10% Saccharose), ein Süßstoff-haltiges
Diät-Getränk ohne Kalorien, oder Wasser an.
Die Mäuse, die die Fructoselösung tranken, nahmen im Vergleich
zu den anderen Mäusen stärker an Gewicht und Körperfett
zu und zeigten zudem einen Anstieg der Leberfette. Das Saccharose-haltige
Getränk hatte nach den vorliegenden Daten keinen Einfluss auf die
Gewichtsentwicklung der Mäuse.
Überaschenderweise aßen die Mäuse, die mit der angebotenen
Flüssigkeit zusätzliche Kalorien aufnahmen, weniger feste
Nahrung als die Tiere, die nur Wasser oder das Diät-Getränk
erhielten, so dass die Gesamtenergieaufnahme bei allen Gruppen annähernd
gleich war.
„Da die Gewichts- und Fettzunahme der Tiere, die die Fructoselösung
tranken, nicht auf eine gesteigerte Kalorienaufnahme zurückzuführen
ist, ist anzunehmen, dass Fructose die Stoffwechseltätigkeit beeinflusst
und auf diese Weise die Anreicherung von Körperfett begünstigt.“
so die Erstautorin der Studie, Hella Jürgens.
In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten hat der Konsum zuckerhaltiger
Erfrischungsgetränke, die einen hohen Fructose-Anteil (7-15%) aufweisen,
weltweit stark zugenommen. Allein in den USA stieg der Verzehr von Fructose-haltigem
Mais-Sirup, der häufig zum Süßen von Erfrischungsgetränken
eingesetzt wird, in einem Zeitraum von 20 Jahren um mehr als 1000%,
wie vor kurzem eine amerikanische Studie berichtete. Parallel dazu nahm
die Anzahl übergewichtiger Menschen dramatisch zu, so dass Wissenschaftler
seit einiger Zeit einen Zusammenhang zwischen gestiegenem Fructose-Konsum
und zunehmender Fettleibigkeit vermuten. Die vorliegende Studie liefert
nun erste physiologische Daten, die einen Einfluss des Fructosekonsums
auf die Zunahme des Körpergewichts und des Körperfetts zumindest
am Mausmodell bestätigen. Weitere Untersuchungen sind notwendig,
um die Daten am Menschen zu verifizieren, so die Experten.
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