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01.04.09
Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel besucht das vom BMBF geförderte
Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam
Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit
- dies ist wissenschaftlich unbestritten. Allerdings fehlen noch immer
fundierte Erkenntnisse über die genauen Zusammenhänge zwischen
den Bestandteilen unserer Ernährung und deren Auswirkungen auf
den menschlichen Organismus. Diese Erkenntnisse sind aber notwendig,
um konkrete, individuelle Ernährungsempfehlungen abgeben zu können.
Mit dem Projekt „Adipositas, körperliche Aktivität
und Ernährung als Schlüsselfaktoren in der Ätiologie
und Prävention von Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und vorzeitigem
Tod“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) mit über vier Millionen Euro einen Verbund zwischen dem
Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam
und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg für
einen Zeitraum von zunächst sechs Jahren.
„Eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre
ist es, den zum Teil dramatischen Anstieg der großen Volkskrankheiten
wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs in den Griff zu
bekommen. Der Ernährung kommt hier eine Schlüsselstellung
zu. Wir brauchen eine exzellente Forschung an der Schnittstelle von
Gesundheit und Ernährung, die disziplinenübergreifend die
Rolle der Ernährung, als Ursache aber auch als Therapie von Krankheiten
untersucht“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas
Rachel am Mittwoch bei einem Besuch des DIfE in Potsdam.
Die jetzt geförderte prospektive oder vorausschauende Langzeitstudie
soll unter Nutzung der Daten von etwa 53.000 Teilnehmern ermitteln,
welchen Einfluss Übergewicht, körperliche Aktivität und
Ernährung auf das Risiko für Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall
haben. Die Studie kann bis zu zwölf Jahre lang gefördert werden.
Die Daten stammen aus der seit 1992 laufenden EPIC-Studie (EPIC - European
Prospective Investigation into Cancer and Nutrition). Bei einer prospektiven
Studie ist es wichtig, dass die Teilnehmer zu Beginn der Studie noch
nicht an der zu untersuchenden Krankheit leiden. Die Risikofaktoren
für eine bestimmte Erkrankung lassen sich so vor ihrem Entstehen
erfassen. Dadurch wird eine Verfälschung der Daten durch die Krankheit
weitestgehend verhindert.
„Diese Förderung bedeutet eine langfristige Sicherung der
EPIC-Potsdam-Studie“, sagte Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher
Direktor des DIfE. „EPIC ist die wertvollste Ressource, die wir
in Deutschland haben. Die Studie hat insbesondere Risikofaktoren für
den Typ-2-Diabetes identifiziert und war Grundlage für den vom
DIfE entwickelten Deutschen Diabetes-Risiko-Test. Durch sie wurde kürzlich
ein neuer Indikator für ein erhöhtes Herzinfarktrisiko entdeckt;
dieser wird in Zukunft eine bessere Erkennung von Hochrisikopatienten
durch die Kardiologie ermöglichen“.
Das BMBF fördert vielfältige Forschungsprojekte im Bereich
Ernährung und Gesundheit. Mit rund 70 Millionen Euro in dieser
Legislaturperiode hat das BMBF die Mittel bereits deutlich aufgestockt.
„Wir werden auch in Zukunft unsere Anstrengungen für das
Thema Gesundheit und Ernährung verstärken. Es wird vor allem
darauf ankommen, die Kompetenzen aus unterschiedlichen Disziplinen wie
der Molekularbiologie, Psychologie oder Epidemiologie zusammen zu bringen,
um in einem gemeinsamen Ansatz die Herausforderungen zu meistern“,
sagte Rachel.
Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
(DIfE) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft
gehören 86 außeruniversitäre Forschungsinstitute und
forschungsnahe Serviceeinrichtungen. Diese beschäftigen etwa 14.200
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon sind ca. 6.500 Wissenschaftler
(inkl. 2.500 Nachwuchswissenschaftler). Leibniz-Institute arbeiten interdisziplinär
und verbinden Grundlagenforschung mit Anwendungsnähe. Sie sind
von überregionaler Bedeutung und werden von Bund und Ländern
gemeinsam gefördert. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr
als 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Die Drittmittel betragen etwa 230
Millionen Euro pro Jahr. Näheres unter www.leibniz-gemeinschaft.de.
Kontakt:
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Autor/Quelle | Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Dr. Gisela Olias
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
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