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29.05.08 Nager helfen Forschern, menschliche Diabetesrisiko-Gene zu identifizierenPotsdam-Rehbrücke - Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) haben im Rahmen einer großen Meta-Analyse mehr als 153 Genregionen bei Nagern identifiziert, die für die Typ-2-Diabetesentstehung eine Rolle spielen. Wie die Forscher zeigen konnten, überlappen sich diese Regionen zu einem großen Teil mit bekannten menschlichen Diabetes-Genregionen. Ziel der Wissenschaftler ist es, mit Hilfe der neuen Nager-Daten, die vielen noch unbekannten menschlichen Risikogene gezielter und schneller zu identifizieren. „Je mehr wir über die Diabetesrisikogene und ihre Funktion wissen, desto besser“, sagt Studienleiter Hadi Al-Hasani. Denn dieses Wissen ermögliche es, tiefere Einblicke in die Mechanismen der Krankheitsentstehung zu bekommen. Eine wesentliche Vorraussetzung, um neue Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmethoden zu entwickeln. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 6 Millionen Typ-2-Diabetiker, wobei
die Zahl der Erkrankten in den kommenden Jahren noch zunehmen wird.
Im Jahr 2010 rechnen Wissenschaftler und Mediziner bereits mit 8 Millionen
Diabetikern. Das entspricht etwa 10 Prozent der deutschen Bevölkerung.
Wie Zwillingsstudien belegen, spielt neben äußeren Faktoren wie Ernährung und Lebensstil die genetische Veranlagung eine wesentliche Rolle für die Diabetesentstehung. Seit langem weiß man, dass es sich beim Typ-2-Diabetes um eine „polygene“ Erkrankung handelt, das heißt, dass mehrere Gene gleichzeitig an der Krankheitsentstehung beteiligt sind. Die Daten der vorliegenden Meta-Analyse lassen nun darauf schließen, dass sehr viel mehr Diabetesgene existieren, als ursprünglich angenommen. Sowohl bei Nagern als auch beim Menschen sind vermutlich weit über 100 Gene an der Krankheitsentstehung beteiligt. Derzeit sind jedoch nur 16 menschliche Genregionen bekannt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Diabetesrisiko beeinflussen. Die Wissenschaftler hoffen nun, durch einen Vergleich der gefundenen Genregionen mit dem menschlichen Genom, die noch unbekannten menschlichen Diabetesgene zu identifizieren und zwar schneller als dies bislang mit anderen Methoden möglich ist. Ferner bietet ein Abgleich zwischen Mensch- und Nagerdaten einen weiteren Vorteil: Gene, die bei Mensch und Nager gleichsam das Diabetesrisiko beeinflussen, wären besonders geeignet, um einen Einblick in die Mechanismen der Diabetesentstehung zu bekommen. Denn Forscher könnten ihre Funktion am Tiermodell unter kontrollierten Bedingungen untersuchen und dann die Daten für den Menschen nutzen. Am Menschen wären solche Untersuchungen aus praktischen aber auch aus ethischen Gründen nicht möglich. Inwieweit genetische Daten dazu genutzt werden können, das individuelle Diabetesrisiko präziser zu bestimmen als dies derzeit anhand der klassischen Risikofaktoren möglich ist, sei eine noch offene Frage, so Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des DIfE. Denn die Vielzahl der Gene ließe eher auf geringe Einzeleffekte derselben schließen, was genaue Risikovorhersagen erschwere. Quelle: Schmidt C et al. A Meta-analysis of QTL for Diabetes-related
Traits in Rodents. Physiol Genomics. 2008 Hintergrundinformation:Zur Studie: Klassische Faktoren zur Bestimmung des Diabetesrisikos:
Kontakt:Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Joost PD Dr. Hadi Al-Hasani Dr. Gisela Olias
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