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14.02.08 Variante des KCNJ11-Gens erhöht das Risiko für Alterszucker auch in deutscher Bevölkerung
Potsdam-Rehbrücke - Eine Variante des Gens KCNJ11 erhöht
bei Menschen der Region Berlin/Brandenburg das Risiko für Alterszucker
(Typ-2-Diabetes) um bis zu 25 Prozent. Dies ist ein Ergebnis einer großen
Bevölkerungsstudie, die Wissenschaftler des Deutschen Instituts
für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) durchführten.
Ferner wiesen die Forscher nach, dass die mit KCNJ11 23K bezeichnete
Genvariante sowohl die Insulinausschüttung als auch die Insulinempfindlichkeit
negativ beeinflusst. Grundlage der vorliegenden Untersuchung sind die Daten von 2.945 Teilnehmern der Potsdamer EPIC*-Studie sowie von 1.891 Teilnehmern der MeSyBePo**-Studie. Die Teilnehmer beider Studien stammen aus der Region Berlin/Brandenburg. Untersuchungen an europäischen und amerikanischen Bevölkerungsgruppen hatten bereits einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten der 23K-Genvariante und dem Typ-2-Diabetes nachgewiesen. Die Daten der DIfE-Wissenschaftler belegen nun erstmals, dass die 23K-Variante auch innerhalb der deutschen Bevölkerung mit einem erhöhten Typ-2-Diabetes-Risiko verbunden ist. Der zugrunde liegende funktionelle Zusammenhang zwischen der Genveränderung und dem Erkrankungsrisiko ist jedoch unklar. Das KCNJ11-Gen enthält den Bauplan für einen Kalium-Kanal, der in der Membran der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse vorhanden ist. Wissenschaftler vermuten daher seit längerer Zeit, dass die 23K-Genveränderung zu einer gestörten Insulinausschüttung führt, die wiederum das Diabetesrisiko erhöht. Die im Rahmen der MeSyBePo-Studie durchgeführten Stoffwechseltests liefern nun neue Beweise dafür, dass das erhöhte Diabetesrisiko neben einer Störung der Insulinausschüttung auch auf eine veränderte Insulinempfindlichkeit zurückzuführen ist. EPIC*: European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition Hintergrundinformation:Insulinunempfindlichkeit (Insulinresistenz):
EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie: eine prospektive, 1992 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdeckt. 23 administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519.000 Studienteilnehmern sind an der Studie beteiligt. Die EPIC-Studie wird von Dr. Elio Riboli (International Agency on Research of Cancer, Lyon, Frankreich) koordiniert. Die Potsdamer EPIC-Studie, an der 27.548 Frauen und Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren teilnehmen, leitet Professor Dr. Heiner Boeing.
Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
(DIfE) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft
gehören 82 außeruniversitäre Forschungsinstitute und
forschungsnahe Serviceeinrichtungen. Diese beschäftigen etwa 13.700
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 12/2006). Davon sind ca. 5.400
Wissenschaftler (inkl. 2.000 Nachwuchswissenschaftler). Leibniz-Institute
arbeiten interdisziplinär und verbinden Grundlagenforschung mit
Anwendungsnähe. Sie sind von überregionaler Bedeutung und
werden von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. Der Gesamtetat
der Institute liegt bei mehr als 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Die Drittmittel
betragen etwa 225 Millionen Euro pro Jahr. Näheres unter www.leibniz-gemeinschaft.de. Kontakt:Prof. Dr. med. Joachim Spranger Antje Fischer (Erstautorin der Studie) Dr. Gisela Olias Tel.: +49(0)33 200-88 278/335
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