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15.08.06 Pressemitteilung 13/2006 Gewichtszunahme im jungen Erwachsenenalter ist mit erhöhtem Diabetesrisiko assoziiert
Menschen, die im Alter zwischen 25 und 40 Jahren zwei bis drei Kilogramm
an Gewicht zunehmen, haben ein um cirka 25 Prozent erhöhtes Risiko
an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Kommen mehr als 12 Kilogramm zum Normalgewicht
hinzu, erhöht sich das Diabetesrisiko bei Männern um das 1,5fache.
Bei Frauen steigt das Risiko sogar um den Faktor 4,3 an. Legen dagegen
beide Geschlechter erst in späteren Jahren, das heißt zwischen
40 und 55 an Gewicht zu, so erhöht sich das damit verbundene Diabetesrisiko
„nur“ um etwa 11 bis 13 Prozent. „Viele verschiedene Studien belegen bereits einen Zusammenhang zwischen Gewichtszunahme und Diabetesrisiko. Unsere Untersuchung weist jedoch erstmals darauf hin, dass auch der Zeitpunkt der Gewichtszunahme eine wichtige Rolle spielt,“ so Anja Schienkiewitz, Erstautorin der Studie. „Das einmal zwischen 25 und 40 Jahren erworbene Übergewicht erhöht das Diabetesrisiko im späten Erwachsenenalter, auch wenn es in diesem Lebensabschnitt zu keiner weiteren Gewichtszunahme mehr kommt. Zudem bewirkt es ein um drei bis fünf Jahre früheres Einsetzen der Erkrankung. Da die Zahl junger übergewichtiger Erwachsener in Deutschland stetig steigt und bereits eine moderate Gewichtszunahme im jungen Erwachsenenalter das späte Erkrankungsrisiko nicht unwesentlich erhöht, geben unsere Ergebnisse Anlass zur Sorge. Zudem verdeutlichen sie, wie wichtig es ist, zeitlebens auf sein Gewicht zu achten,“ kommentiert Heiner Boeing, Leiter der Potsdamer EPIC-Studie die Untersuchungsergebnisse. Die Wissenschaftler werteten Daten von 7.720 männlichen und 10.371 weiblichen Studienteilnehmern/innen aus. Innerhalb der 7 jährigen Nachbeobachtungszeit diagnostizierten Ärzte bei 390 Teilnehmern und 303 Teilnehmerinnen einen Typ-2-Diabetes. EPIC* = European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition Schienkiewitz A, Schulze MB, Hoffmann K, Kroke A, Boeing H. Body mass
index history and risk of type 2 diabetes: results from the European
Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Potsdam Study. Zusätzliche Hintergrundinformation:Typ-2-Diabetes: Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sind zur Zeit rund sechs Millionen Deutsche an Typ-2-Diabetes erkrankt. Steigt die Anzahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes weiterhin so stark an, werden es im Jahr 2010 etwa zehn Millionen Menschen sein. Der Body Mass Index (BMI) berechnet sich aus dem Körpergewicht [kg] dividiert durch das Quadrat der Körpergröße [m2]. EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie: eine prospektive, 1992 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdeckt. 23 administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519.000 Studienteilnehmern sind an der Studie beteiligt. Die EPIC-Studie wird von Dr. Elio Riboli (International Agency on Research of Cancer, Lyon, Frankreich) koordiniert. Die Potsdamer EPIC-Studie, an der 27.548 Frauen und Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren teilnehmen, leitet Professor Dr. Heiner Boeing. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
(DIfE) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft
gehören 84 außeruniversitäre Forschungsinstitute und
forschungsnahe Serviceeinrichtungen. Leibniz-Institute arbeiten interdisziplinär
und verbinden Grundlagenforschung mit Anwendungsnähe. Sie sind
von überregionaler Bedeutung und werden von Bund und Ländern
gemeinsam gefördert. Näheres unter www.leibniz-gemeinschaft.de. Kontakt: Professor Dr. Heiner Boeing Anja Schienkiewitz (Erstautorin der Studie)
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