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Sperrfrist: 11. Januar 2005, 22.00 Uhr MEZ
Pressemitteilung 1/2005
Europäische EPIC-Studie:
Obst und Gemüse schützen nicht vor Brustkrebs
Der Verzehr von Obst und Gemüse senkt nicht das Risiko, an Brustkrebs
zu erkranken. Dies zeigen neue Ergebnisse der europaweiten EPIC-Studie
(European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), an der
Dr. Petra Lahmann und Prof. Dr. Heiner Boeing, beide Epidemiologen am
Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke
beteiligt sind (JAMA, van Gils et al., Vol. 293, p.183-193, 12.1.05).
Untersucht wurde sowohl der Verzehr von Obst und Gemüse (Blattgemüse,
Fruchtgemüse, Wurzelgemüse, Kohl, Pilze und Zwiebeln/Knoblauch)
als auch der von Frucht- und Gemüsesäften. „Wir können
aber nicht ausschließen, dass bestimmte – in dieser Studie
nicht untersuchte - Obst- und Gemüsesorten trotzdem einen schützenden
Effekt haben“, so die Schlussfolgerung der Experten.
In der vorliegenden Studie wurde der Einfluss des Obst- und Gemüseverzehrs
auf das Brustkrebsrisiko bei 285.526 Frauen zwischen 25 und 70 Jahren
aus acht von zehn beteiligten europäischen Ländern prospektiv
untersucht. Dazu wurden Daten aus Ernährungserhebungen der Jahre
1992-1998 mit dem Auftreten von Brustkrebs bis zum Jahr 2002 ausgewertet.
Bis dahin waren 3659 Brustkrebsfälle diagnostiziert worden. Die
untersuchten Aufnahmekategorien reichten bei Gemüse von bis zu
110 g/Tag bis über 245 g/Tag und bei Obst von bis zu 115 g/Tag
bis über 370 g/Tag. In Deutschland verzehren Frauen im Durchschnitt
etwa 200 g Gemüse und 190 g Obst pro Tag (Erhebung des Robert-Koch-Instituts).
Die länderspezifischen EPIC-Analysen, einschließlich der
deutschen, zeigten gleiche Ergebnisse.
Die Evidenz für einen krebssenkenden Effekt von Obst und Gemüse
bei Brustkrebs wurde schon 2003 aufgrund der damaligen Datenlage von
einem IARC-Expertengremium als unzureichend bewertet. Dennoch schloss
das Expertengremium die Möglichkeit eines leichten risikosenkenden
Effekts für diese Krebsform durch Obst- und Gemüse nicht aus.
Mit der Analyse der Daten der EPIC-Studie hat sich diese Hoffnung jedoch
nicht erfüllt.
EPIC (European Prospective
Investigation into Cancer and Nutrition)- Studie: eine prospektive,
1992 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung
und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdeckt. 23 administrative
Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519.000 Studienteilnehmern
sind an der Studie beteiligt. Die EPIC-Studie wird von Dr. Elio Riboli
(International Agency on Research of Cancer, Lyon, Frankreich) koordiniert.
Die Potsdamer EPIC-Studie wird von PD Dr. Heiner Boeing, Leiter der
Abteilung Epidemiologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE), geleitet.
Prospektive Studien: Prospektive (Längsschnitt-)Studien
beginnen mit einer Stichprobe aus der Bevölkerung, erfassen Risikofaktoren
und beobachten danach langfristig die in dieser Gruppe auftretenden
Krankheiten. Dadurch können Aussagen über den Einfluss von
Faktoren und deren Präventionspotential auf das Krankheitsrisiko
getroffen werden.
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Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
(DIfE) ist ein Institut der
Leibniz-Gemeinschaft
Kontakt:
Dr. Gunda Backes
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal
Tel.: 033200-88-335
E-Mail: presse@dife.de
Dr. Petra Lahmann
E-Mail: lahmann@dife.de
Tel: 033200-88-724
Prof. Dr. Heiner Boeing
E-Mail: boeing@dife.de
Tel: 033200-88-711
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