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10.11.05
Pressemitteilung 15/2005
Hoher Obst- und Gemüsekonsum senkt nicht das Eierstockkrebsrisiko
Neue Daten der EPIC-Studie
Ein hoher Obst- und Gemüseverzehr hat generell keinen
Einfluss auf das Eierstockkrebsrisiko. Jedoch gibt es erste Hinweise
darauf, dass Frauen, die viel Knoblauch und Zwiebeln essen, ein verringertes
Erkrankungsrisiko haben könnten. Dieses zeigen neue Ergebnisse
der europaweiten EPIC (European Prospective Investigation into Cancer
and Nutrition)-Studie, an der das Forscherteam um Professor Dr. Heiner
Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
maßgeblich beteiligt ist (M. Schulz et al., Cancer Epidemiol Biomarkers
Prev, 2005).
In der vorliegenden Studie analysierten die Wissenschaftler medizinische
Daten und Ernährungsgewohnheiten von 325.640 Frauen aus 10 verschiedenen
europäischen Ländern. 581 der Studienteilnehmerinnen erkrankten
innerhalb des Studienzeitraumes von durchschnittlich 6,3 Jahren an Eierstockkrebs.
Die Forscher untersuchten, ob die Obst- und Gemüseaufnahme insgesamt,
die Aufnahme von Obst oder Gemüse allein, oder der Verzehr bestimmter
Gemüsearten wie Kohl, Wurzelgemüse, Knoblauch oder Zwiebeln
die Entstehung von Eierstockkrebs beeinflussen.
„Obwohl sich die Obst- und Gemüseaufnahme innerhalb Europas
deutlich unterscheidet – Südeuropäer essen wesentlich
mehr Obst und Gemüse als Nordeuropäer – konnten wir
keinen Zusammenhang zwischen einem hohen Konsum und dem Auftreten von
Eierstockkrebs erkennen.“ so Mandy Schulz, Erstautorin der Publikation.
„Unsere Ergebnisse deuten aber an, dass Frauen mit einem hohen
Knoblauch- und Zwiebelverzehr seltener an Eierstockkrebs erkranken.“
Allium-Gemüse, wie Knoblauch, Zwiebeln, Lauch und Schnittlauch,
enthalten verschiedene bioaktive Substanzen wie organische Schwefelverbindungen,
denen Wissenschaftler neben anti-bakteriellen Effekten auch eine anti-kanzerogene
Wirkung zusprechen. Wie diese Stoffe im Organismus genau wirken, ist
noch nicht ausreichend erforscht. Denkbar wären Wechselwirkungen
der Substanzen mit Stoffwechselenzymen, die das Zellwachstum von Tumoren
regulieren.
„Weitere Langzeitstudien sind notwendig, um herauszufinden, ob
tatsächlich ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Allium-Gemüse
und dem Auftreten von Eierstockkrebs besteht, oder ob andere, in dieser
Studie nicht untersuchte Obst- und Gemüsesorten für das Erkrankungsrisiko
eine Rolle spielen.“ sagt Heiner Boeing, Leiter der Potsdamer
EPIC-Studie. „Auf jeden Fall sollte man nicht vergessen, dass
ein hoher Obst- und Gemüsekonsum das Risiko für andere Krebsformen
und insbesondere für kardiovaskuläre Erkrankungen senken kann.“
2517 Zeichen inklusive Leerzeichen, Abdruck gestattet, Belegexemplar
erbeten
Literaturhinweis:
Obst und Gemüse: Schutz vor Krebserkrankungen?,
Stellungnahme des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke
Sie finden die Stellungnahme auf unserer Homepage
unter:
www.dife.de/Presse/Stellungnahmen
Hintergrundinformation
EPIC (European Prospective Investigation
into Cancer and Nutrition)-Studie: eine prospektive,
1992 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung
und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdeckt. 23 administrative
Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519.000 Studienteilnehmern
sind an der Studie beteiligt. Die EPIC-Studie wird von Dr. Elio
Riboli (International Agency on Research of Cancer, Lyon, Frankreich)
koordiniert. Die Potsdamer EPIC-Studie, an der 27.548 Frauen und
Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren teilnehmen, leitet
Professor Dr. Heiner Boeing.
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Kontakt:
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