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EPIC-Potsdam-Studie

 

Manuela Bergmann, Wolfgang Fleischhauer, Eva Fischer, Heiner Boeing

Die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Potsdam-Studie, eine prospektive Kohortenstudie mit 27 548 Teilnehmern (Frauen im Alter von 35 bis 64 Jahren und Männer im Alter von 40 bis 64 Jahren), ist Teil einer europäischen Kohortenstudie mit insgesamt ca. 521 000 Studienteilnehmern. Ziel ist, den Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Krebs und andere chronische Erkrankungen zu erforschen.

Die Fragestellungen sind:

  • Wie sind spezifische Nahrungskomponenten direkt oder indirekt mit der Entstehung chronischer Erkrankungen wie Krebs, Diabetes mellitus und kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert?
  • Wie groß ist das Zusatzrisiko, das bei einzelnen chronischen Erkrankungen auf die Ernährungsweise zurückgeführt werden kann? Welche protektive Rolle spielen dabei z.B. Vitamine?
  • Wie groß ist der Effekt eines geänderten Ernährungsverhaltens auf die Entwicklung der Krebsinzidenz und die Gesamtsterblichkeit in der Bevölkerung?

Die 1994 begonnene EPIC-Potsdam-Studie ist als Langzeitstudie mit einer Nachbeobachtungszeit von 20 Jahren konzipiert worden.

Rekrutierung

Potentielle Studienteilnehmer wurden nach einem Zufallsverfahren aus den Einwohnermelderegistern von Potsdam und Umgebung gezogen und anschließend angeschrieben. Die Teilnehmerrate betrug 25%. Personen, die sich bereit erklärten, an dieser Studie teilzunehmen, bekamen zwei selbstausfüllbare und computerlesbare Fragebögen zugesandt, einen zum Thema Lebensstil und den anderen zum Thema Ernährungsgewohnheiten. Die ausgefüllten Fragebögen brachten die Teilnehmer in das Studienzentrum mit, das sich im Gesundheitsamt der Stadt Potsdam befand. Hier wurden PC-gestützte Interviews und verschiedene Messungen (Anthropometrie, Blutdruck, Knochendichte) sowie eine Blutabnahme durchgeführt.

Alle Erhebungsinstrumente wurden in Pilotstudien auf Durchführbarkeit und Validität getestet. Um die Ernährungsdaten der einzelnen Länder vergleichbar zu machen, wurde eine Kalibrierungsstudie in das Gesamtkonzept der EPIC-Studie integriert. Daher wurde ein PC-gestütztes 24-Stunden-Erinnerungsprotokoll von allen europäischen Ländern gemeinsam entwickelt und eingesetzt (EPIC-Soft). An der Kalibrierungsstudie nahmen etwa 10% der Gesamtpopulation teil.

Nachbeobachtung

Im nachfolgenden Studienzeitraum werden sowohl Daten über das Auftreten neuer Erkrankungen als auch über den weiteren Verlauf der einmal gemessenen Faktoren (Rauchen, Ernährung, körperliche Aktivität, Medikamenten- und Hormoneinnahme usw.) gesammelt; das Spektrum der erfragten Erkrankungen umfasst 24 chronische Erkrankungen. Der Kontakt zu den Studienteilnehmern erfolgt mit Fragebögen, die maschinell eingelesen und bei Bedarf telefonisch ergänzt werden. In den ersten beiden Runden der Nachbeobachtung (2-Jahresabstand) haben jeweils 96 % der Teilnehmer geantwortet. Gegenwärtig wird der dritte Fragebogen versendet, der einen überarbeiteten Ernährungsfragebogen enthält. Zur Erhebung medizinisch korrekter Erkrankungsdiagnosen arbeitet die Studie mit Gesundheitsämtern, Ärzten, Kliniken und anderen Organisationen eng zusammen.
Biologische Proben

Bei der Erstuntersuchung zwischen 1994 und 1998 wurden 30 ml Blut fraktioniert und in mehreren Portionen bei -196°C in Flüssigstickstoff eingefroren; ein Restblutanteil wurde zusätzlich bei -80°C eingelagert. Die Erfassung der Bedeutung genetischer Faktoren bei der Krankheitsentstehung setzt eine gezielte Aufarbeitung der Proben zur DNA-Gewinnung voraus. Eine Extraktion der DNA wurde inzwischen bei etwa 5000 Blutproben von Neuerkrankungsfällen vorgenommen, die Variabilität der genetischen Information und ihr Bezug zu intermediären Biomarkern und dem Krankheitsrisiko wird erforscht.

DIfE-Pressemitteilungen und eine Übersicht ausgewählter Interviews zu Ergebnissen der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)

EPIC-Studie International

Die Daten werden auf europäischer Ebene von den Wissenschaftlern der 23 administrativen EPIC-Studienzentren der 10 beteiligten Länder ausgewertet. Für häufig auftretende Krebslokalisationen wie Darm, Brust, Lunge, Prostata, Magen, Niere, Gebärmutterhals liegen erste Ergebnisse vor. Außerdem werden Expositionsfaktoren wie Anthropometrie, körperliche Aktivität, Hormoneinnahme und reproduktives Verhalten erfasst.

Weitere Informationen: IARC

So erreichen Sie uns:

E-Mail: epi@dife.de
Telefon: 033200-88/304
Fax: 033200-88/733

 

 

 


 
     
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